M. Bernhard1, T. Wurmb2 und J.T. Gräsner3

1Zentrale Notaufnahme (Direktor: Prof. Dr. med. A. Gries), Universitätsklinikum Leipzig

2Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie (Direktor: Prof. Dr. med. N. Roewer), Sektion Notfallmedizin, Universitätsklinikum Würzburg

3Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (komm. Direktor: Prof. Dr. M. Steinfath), Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Die Arbeitsgruppe „Trauma- und Schockraummanagement des Wissenschaftlichen Arbeitskreis (WAK) Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • prähospitales und innerklinisches Managements schwerverletzter Patienten
  • prähospitales und innerklinisches Management nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten

In der Bundesrepublik Deutschland erleiden jährlich rund 33.000-38.000 Patienten ein Polytrauma. Die interdisziplinäre Versorgung dieser Patienten unter Berücksichtigung einer optimalen prähospitalen und frühen innerklinischen Versorgung verbessert das Behandlungsergebnis. Die Anästhesiologie hat in der Versorgung des polytraumatisierten Patienten wesentliche Kernkompetenzen aufzuweisen und ist in alle relevanten Versorgungsabschnitte involviert (z.B. Notarztdienst, Zentrale Notaufnahme, Schockraum, Operationssaal, Intensivstation).

Über die Epidemiologie nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten, die in Schockräumen zur Aufnahme kommen, ist im Gegensatz zu schwerverletzten Patienten, für die hervorragende Daten aus dem DGU-TraumaRegister zur Verfügung stehen, wenig unbekannt.1,2Nichtsdestoweniger stellt die initiale Versorgung nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten eine besondere Herausforderung dar und weist sowohl parallele als auch relevante Unterschiede zur Traumamanagement auf.1,2

Die Arbeitsgruppe „Trauma- und Schockraummanagement“ des WAK Notfallmedizin der DGAI versteht sich als Vertretung der Anästhesiologie in wesentlichen organisatorischen und medizinisch-wissenschaftlichen Fragen im Trauma- und Schockraummanagement. Darüber hinaus soll die Arbeitsgruppe „Trauma- und Schockraummanagement“ als Vertretung des Faches Anästhesiologie und der DGAI gegenüber anderen Berufsgruppen, die am Schockraummanagement beteiligt sind, agieren und anästhesiologisches und notfallmedizinisches Fachwissen und Interessen einbringen.

Wesentliche Ziele der AG „Trauma- und Schockraummanagement“ sind:

1.     Optimierung der prähospitalen Traumaversorgung und des Schockraummanagement schwerverletzter Patienten

o   Intensivierung der Zusammenarbeit mit den anderen Fachgesellschaften zur Abstimmung des prähospitalen Traumamanagements und der Schockrauversorgung (z.B. Mitarbeit an der Revision der S3e-Leitlinie „Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung“)

o   Erarbeiten von Stellungnahmen zu den Themen „Instrumentierung“3,4und „Primärdiagnostik“ (insbesondere der Ganzkörpercomputertomographie)5,6bei polytraumatisierten Patienten aus Sicht des Anästhesisten in der prähospitalen und frühen innerklinischen Behandlung.

2.     Optimierung der Schockraumversorgung für nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten

o   Erfassung und Evaluation der Epidemiologie nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten im Schockraum7

o   Intensivierung der Zusammenarbeit mit den anderen Fachgesellschaften zur Abstimmung des Schockraummanagement nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten

o   Standardisierung der Primärtherapie und -diagnostik im Schockraum nicht-traumatologisch kritisch kranker Patienten1,2

Literatur:

1.     Bernhard M,  Hartwig T, Ramshorn-ZimmerA, MendeL, Wurmb  T, GriesA, HelmM. Schockraummanagement kritisch kranker Patienten in der Zentralen Notaufnahme. Intensiv- und Notfallbehandlung 2014; 39: 93-108
2.     Bernhard M, Ramshorn-Zimmer A, Hartwig T, Mende L, Hem M, Pega J, Gries A. Schockraummanagement kritisch erkrankter Patienten. Anaesthesist 2014; 63: 144-153
3.     Bernhard M, Matthes G, Kanz KG, Waydhas C, Fischbacher M, Fischer M, Böttiger BW. Notfallnarkose, Atemwegsmanagement und Beatmung beim Polytrauma. Hintergrund und Kernaussagen der interdisziplinären S3-Leitlinie Polytrauma. Anaesthesist 2011; 60: 1027-1040
4.     Bernhard M, Böttiger BW. Out-of-hospital endotracheal intubation of trauma patients: straight back and forward to the gold standard. Eur J Anaesthesiol 2011, 28: 75-76
5.     Loewenhardt B, Hüttinger R, Reinert M, Hering B, Rathjen T, Gries A, Manke C, Bernhard M. Dose effects and image quality: Is there any influence by bearing devices in whole-body computed tomography in trauma patients? Injury 2014; 45: 170-175
6.     LoewenhardtB, BuhlM, GriesA, GreimCA, HellingerA, HessmannM, RathjenT, ReinertM, MankeC, BernhardM. Radiation exposure in whole-body computed tomography of multiple trauma patients: Bearing devices and patient positioning. Injury 2012; 43: 67-72
7.     Bernhard M, Trautwein S, Stepan R, Zahn P, Greim CA, Gries A. Notärztliche Einschätzung der klinischen Weiterversorgung von Notfallpatienten. Anaesthesist 2014,63: 394-400

Die Sprecher der Arbeitsgruppe „Trauma- und Schockraummanagement“

Kontaktdaten

PD Dr. med. Michael Bernhard
Leitender Oberarzt
Zentrale Notaufnahme
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 20
04103 Leipzig
Tel.: +49-341-97-17776,  Fax.: +49-341-97-17969
E-Mail: Michael.Bernhard@medizin.uni-leipzig.de
 

PD Dr. med. Thomas Wurmb
Kommissarischer Leiter Sektion Notfallmedizin
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie
Universitätsklinikum Würzburg
Oberdürrbacher Straße 6
97080 Würzburg
Tel.: +49-931-201-0, Fax.: +49-931-201-30019
E-Mail: wurmb_t@klinik.uni-wuerzburg.de
 

PD Dr.med. Jan-Thorsten Gräsner
Ärztlicher Leiter Notfallmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schwanenweg 21
24105 Kiel
Tel..:+49-431-597-2991, Fax.:+49-431-597-3002
E-Mail: jan-thorsten.graesner@uksh.de